Rügamer & Steiner
Ratgeber · Automatisierung

Klaviyo-Flows: Welche E-Mail-Automationen braucht Ihr Shop?

Ein Kunde beginnt den Checkout, kauft zwanzig Minuten später und bekommt trotzdem eine Kauferinnerung. Solche Fehler lassen sich mit passenden Flow-Regeln vermeiden. Dieser Leitfaden zeigt, welche Automationen zu welcher Ausgangslage passen und wie Sie einen Checkout-Flow vor dem Start prüfen.

Auf einen Blick

Wählen Sie den ersten Flow nach einer belegbaren Lücke im Shop. Testen Sie anschließend nicht nur den vorgesehenen Versand, sondern auch den Fall, in dem eine Nachricht ausfallen soll. Das Beispiel unten zeigt den Unterschied zwischen einem auslösenden Checkout-Ereignis und der später erneut geprüften Kaufbedingung.

Was ist ein Klaviyo-Flow?

Ein Klaviyo-Flow ist eine automatisierte Abfolge von Aktionen, die durch ein Ereignis oder eine definierte Bedingung startet. Eine Anmeldung kann beispielsweise eine Willkommensserie auslösen. Zeitabstände und Verzweigungen bestimmen, welche Nachricht ein Kontakt als Nächstes erhält. Ein Newsletter als Kampagne wird dagegen gezielt an eine ausgewählte Empfängergruppe verschickt. Die technische Grundlage erläutert Klaviyo im Einstieg in Flows.

Beides gehört zusammen: Kampagnen vermitteln aktuelle Themen, Produkte oder Aktionen. Automationen begleiten wiederkehrende Situationen. Ein Flow ersetzt deshalb keinen Redaktionsplan. Umgekehrt sollte ein Team nicht jeden neuen Abonnenten manuell begrüßen müssen, wenn Inhalt und Ablauf bereits feststehen.

Welche Flows sollten zuerst entstehen?

Sehen Sie sich zunächst für einen abgeschlossenen Monat die Neuanmeldungen, begonnenen Checkouts und Bestellungen an. Notieren Sie daneben, welche Nachrichten bereits existieren. Die folgende Tabelle hilft bei der Auswahl; sie ist eine Planungshilfe, keine allgemeine Rangliste nach Umsatzpotenzial.

Aus der Ausgangslage den nächsten Flow ableiten
AusgangslageMöglicher FlowEntscheidende Voraussetzung
Neue Abonnenten erhalten nach der Anmeldung keine Orientierung.Welcome Flow: Anmeldeversprechen einlösen, Sortiment erklären.Der Auslöser muss zum tatsächlich abgeschlossenen Anmeldeprozess passen.
Begonnene Checkouts bleiben ohne Bestellung.Checkout-Abbruch: Rückkehr ermöglichen, offene Fragen beantworten.Checkout und Kauf müssen zuverlässig am richtigen Profil ankommen.
Nach dem Kauf wiederholen sich Fragen zur Anwendung.Post-Purchase: passende Nutzungshilfe.Nachricht nach Produkt und geeignetem Zeitpunkt unterscheiden; Bestellbestätigungen berücksichtigen.
Kunden kaufen regelmäßig Verbrauchsprodukte nach.Nachkaufstrecke; bei längerer Inaktivität gegebenenfalls Winback.Den üblichen Abstand aus abgeschlossenen Wiederkäufen ermitteln.

Ein Zubehörshop und ein Shop für langlebige Möbel brauchen unterschiedliche Nachkaufstrecken. Wenn ein Wiederkauf selten ist, lässt sich ein Winback-Zeitpunkt nicht allein aus „seit 90 Tagen keine Bestellung“ begründen. Prüfen Sie zuerst, ob es überhaupt einen passenden Anlass gibt. Ähnlich beim Checkout: Kommt das Kaufsignal unzuverlässig an, hat die Datenkorrektur Vorrang vor zusätzlichen Erinnerungsmails.

Trigger und Filter sauber auseinanderhalten

Der Trigger startet den Ablauf. Ein Trigger-Filter prüft das auslösende Ereignis. Ein Profilfilter wird auch vor einer späteren Nachricht erneut ausgewertet. Für eine Checkout-Erinnerung kann die Bedingung lauten: seit dem Einstieg keine Bestellung. Die Klaviyo-Dokumentation zu Triggern und Filtern erklärt diese Unterscheidung.

Kontrollierter Testfall für einen Checkout-Flow

  1. 10:00 Uhr: Ein Testprofil löst Started Checkout aus. Die erste Nachricht ist nach einer Stunde vorgesehen.
  2. 10:20 Uhr: Dasselbe Profil bestellt; prüfen Sie, ob Placed Order in Klaviyo ankommt.
  3. 11:00 Uhr: Der Profilfilter erkennt die Bestellung. Die geplante Erinnerung muss übersprungen werden. Prüfen Sie das Ergebnis in der Empfängeraktivität.

Die Stunde Wartezeit ist hier nur eine Testeinstellung. Spätere Aktionen prüfen ihre Bedingungen erneut; eine übersprungene Mail bedeutet nicht, dass das Profil aus dem gesamten Flow gelöscht wurde.

Ein hinzugefügter Warenkorbartikel und ein begonnener Checkout sind unterschiedliche Ereignisse. Benennen Sie den Flow nach dem tatsächlich verwendeten Signal. Prüfen Sie außerdem Versandberechtigungen und vorhandene Einwilligungen im konkreten Setup. Eine technische Auslösung ist für sich genommen keine Freigabe für jede Art von Nachricht.

Jeder Nachricht eine eigene Aufgabe geben

Beispiel für eine Willkommensserie eines Shops mit erklärungsbedürftigem Sortiment: Die erste Mail begrüßt nach bestätigter Anmeldung und löst das Anmeldeversprechen ein. Eine zweite hilft bei der Auswahl zwischen Produktvarianten. Eine dritte beantwortet eine wiederkehrende Frage aus der Beratung. Hat eine geplante Mail keinen eigenen Zweck, streichen Sie sie.

Prüfen Sie parallel den Kampagnenplan: Ein Abonnent kann am selben Tag für mehrere Nachrichten infrage kommen. Legen Sie bewusst fest, welche Inhalte dann Vorrang haben. Für die einzelne Mail hilft der Ratgeber zum Newsletter-Design.

Checkliste vor dem Start

  1. Daten prüfen: Stimmen Ereignis, Zeitpunkt, Produktdaten und Zielprofil anhand eines kontrollierten Testfalls?
  2. Ausschlüsse testen: Was passiert nach Kauf, Abmeldung oder fehlender Versandberechtigung? Prüfen Sie auch die Bedingungen für einen erneuten Einstieg.
  3. Personalisierung ansehen: Funktionieren Anrede, Produktblock und Ersatztext, wenn Angaben fehlen?
  4. Mail und Zielseite testen: Sind mobile Darstellung, Preise, Verfügbarkeit, Rabattbedingungen und Links konsistent?
  5. Versand prüfen: Passen Verzögerungen, Zeitzone und Überschneidungen mit anderen Nachrichten?
  6. Nach dem Start kontrollieren: Sehen Sie sich Empfängeraktivität, übersprungene Nachrichten und erste Ergebnisse an; dokumentieren Sie Auffälligkeiten.

Legen Sie pro Flow fest, welche Handlung Sie erwarten. Für eine Nutzungshilfe sind andere Signale relevant als für eine Kauferinnerung. Vergleichen Sie Ergebnisse erst mit gleichem Zeitraum und gleichen Messregeln. Der Ratgeber zu E-Mail-Marketing-Kennzahlen zeigt, warum zugeschriebener Umsatz allein dafür nicht genügt.

Wenn Ihrem Team Kapazität für Konzeption, Einrichtung oder laufende Prüfung fehlt, finden Sie auf unserer Seite zur Klaviyo-Agentur für Online-Shops mehr zur möglichen Unterstützung.

Quellen und weiterführende Dokumentation

Die verlinkten Quellen ergänzen die Beispiele und Planungshilfen im Artikel. Quellenstand: 10. September 2026.